Entire System Server Interface installieren

Das Entire System Server Interface ist erforderlich, wenn der Entire System Server verwendet werden soll.

Dieses Dokument beschreibt die Schritte zur Installation des Entire System Server Interface unter z/OS. Sie können zwischen einer Standardinstallation (empfohlen) und einer angepassten Installation wählen.

Verwandtes Thema:

Informationen zur Installation und Verwendung des Entire System Server finden Sie in der entsprechenden Produktdokumentation.

Notation vrs oder vr:

In diesem Dokument steht die Notation vrs oder vr für die jeweilige Produktversion (siehe auch Version im Glossar).


Voraussetzungen

Bevor Sie das Entire System Server Interface verwenden können, müssen Sie eine unterstützte Version des Entire System Server installieren, die unter Von Natural unterstützte Produkt-Versionen in der aktuellen Natural for z/OS Freigabemitteilung (Release Notes) angegeben ist.

Siehe auch Allgemeine Voraussetzungen und Systemunterstützung und Übersicht über den Installationsvorgang.

Standardinstallation oder angepasste Installation

Wenn Sie die Standardwerte in den Modulen ESYNODTB und NATPNIP (die von Entire System Server und Natural ISPF verwendet werden) verwenden möchten, fahren Sie mit Entire System Server Interface mit dem Nukleus verlinken fort.

Wenn Sie die Standardwerte nicht verwenden möchten, müssen Sie die in diesem Abschnitt beschriebenen Module NATPNIP und ESYNODTB ändern.

NATPNIP

Das Modul NATPNIP enthält die folgenden Parameter und Standardwerte:

NAMVIEWP BUFLEN=12288,NUMREQ=5,MAXCBL=3000,MAXEDL=6000,EXTUSER=INIT-USER

Die Parameter werden im Folgenden erläutert:

Parameter Erläuterung
BUFLEN Länge aller Adabas Buffer in Bytes
NUMREQ Anzahl der möglichen verschachtelten FIND-Schleifen in Natural, die den Entire System Server aufrufen
MAXCBL Komplexe FIND-Buffer-Länge
MAXEDL Länge des Editor Session Buffer

MAXEDL wird vom NSPF-Editor und der Incore-Datenbank verwendet.

Der Standardwert ist 6000, was für eine NSPF-Editor-Sitzung und typische Incore-Datenbankanwendungen ausreichend sein sollte. Für große Layouts innerhalb einer Incore-Datenbankdatei ist dieser Wert jedoch möglicherweise nicht groß genug. Dann wird die folgende Meldung ausgegeben:

NAT3077: Not enough space for extent. DB/FNR/Subcode :1:/:2:/:3:.

Siehe Messages and Codes-Dokumentation).

In diesem Fall muss der Wert von MAXEDL erhöht werden.

EXTUSER Externe Benutzerkennung, die dem Entire System Server für Security-Überprüfungen übergeben wird.

Siehe auch EXTUSER im folgenden Abschnitt.

EXTUSER

Der Parameter EXTUSER beschreibt, wie Sicherheitsdefinitionen von einem externen Sicherheitssystem wie RACF, ACF2 und TOP-SECRET übernommen werden können.

Die geeignete Parametereinstellung hängt davon ab, ob in Ihrer Umgebung ein Multi-User-Adressraum oder ein Single-User-Adressraum verwendet wird:

  • Ein Multi-User-Adressraum bietet die Möglichkeit, verschiedene Benutzer-Security-Definitionen zu pflegen, z.B. eine für einen CICS- und eine für einen Com-plete-Benutzer).

  • Ein Einzelbenutzer-Adressraum unterstützt ein Subsystem, z.B. eine Natural-Subtask für Entire Output Management oder Entire Operations, oder einen Natural RPC, ein Natural Web/IO Interface oder einen Batch-Server.

    Empfohlene Werte für EXTUSER:

    EXTUSER=INIT-USER Empfohlen für einen Multi-User-Adressraum.

    Der Inhalt der Natural-Systemvariablen *INIT-USER muss mit der Benutzerdefinition im externen Security-System (z. B. RACF) identisch sein.

    Der Entire System Server überträgt den Wert von *INIT-USER an das externe Security-System, und alle Aufrufe an sicherheitsbedingt eingeschränkte Ressourcen werden unter dieser Benutzerkennung behandelt.

    In diesem Fall wird die Security-Definition eines CICS- oder Com-plete-Benutzers (z. B.) vom Entire System Server übernommen, und eine Neuanmeldung ist nicht erforderlich. Wenn der Wert von *INIT-USER (siehe Systemvariablen-Dokumentation) nicht in RACF gefunden wird (z. B.), tritt ein Fehler auf, der anzeigt, dass eine Anmeldung erforderlich ist.

    EXTUSER=USER Empfohlen für einen Multi-User-Adressraum in einer Natural Security-Umgebung.

    Die Verarbeitung ist ähnlich wie bei EXTUSER=INIT-USER, außer dass die Natural-Systemvariable *USER (siehe Systemvariablen-Dokumentation) verwendet wird.

    EXTUSER=ADDRESS-SPACE Empfohlen für eine TSO-, Batch- oder Serverumgebung.

    Die Security-Beschreibung dieses Adressraums wird für die Sicherheitsevaluierung vererbt.

ESYNODTB

Das Modul ESYNODTB enthält die folgenden Parameter und Standardwerte:

NAMXNOD ID=148,NAME=PRODUCTION-1
NAMXNOD ID=149,NAME=PRODUCTION-2
NAMXNOD ID=1490,NAME=DBID-ABOVE-255,LAST=Y
END

Die Parameter und Standardwerte werden im Folgenden erläutert:

ID Knotennummer des Entire System Server (auch bekannt als DBID)
NAME Knotenname des Entire System Server
LAST Kennzeichnung des letzten Eintrags in der Tabelle

Optionaler Knotenname für Entire System Server-Aufrufe

Aufrufe von Natural an den Entire System Server werden in der Regel mit dem NODE-Parameter gehandhabt, der die Knotennummer angibt, die für den Aufruf verwendet werden soll, zum Beispiel:

FIND ACTIVE-JOBS WITH JOB-NAME = 'ADA*' AND NODE = 148

Wenn die Knotennummer im Modul ESYNODTB definiert ist, können Sie alternativ den logischen Namen des gewünschten Entire System Server mit dem Parameter NODE-NAME angeben, z. B:

FIND ACTIVE-JOBS WITH JOB-NAME = 'ADA*' AND NODE-NAME = 'PRODUCTION-2'

Parametermodul für die Entire System Server Interface-Komponente assemblieren

Natural ISPF

Wenn Natural ISPF als INCORE-Datenbank verwendet wird:

  • (Job I055, Step 1106)

    Verlinken Sie das Parametermodul NATPNIP. In diesem Fall wird das Modul ESYNODTB nicht benötigt.

Entire System Server

Wenn der Entire System Server verwendet wird:

  • (Job I055, Steps 1106, 1107)

    Assemblieren und verlinken Sie die Module NATPNIP (Step 1106) und (optional) ESYNODTB (Step 1107).

Entire System Server Interface mit dem Nukleus verlinken

(Job I060, Step 3720)

  • Verlinken Sie die folgenden Entire System Server Interface-Module entweder mit dem umgebungsunabhängigen Nukleus oder mit dem umgebungsabhängigen Nukleus, indem Sie die entsprechenden INCLUDE-Anweisungen verwenden:

     INCLUDE NATLIB(NATPNIP)
    Parameter für das Entire System Server Interface
     INCLUDE NATLIB(ESXNUC)
    Entire System Server Interface-Modul
     INCLUDE NATLIB(ESYNODTB)
    Optional, Knotentabelle

Write-to-Spool Feature installieren und aktivieren

Wenn Sie das Write-to-Spool Feature nutzen wollen, müssen Sie entweder die Zugriffsmethode mit Ihrem Nukleus verlinken oder die Methode dynamisch laden. Siehe auch die Natural-Parameter RCA und RCALIAS.

Sie können die Standardeinstellungen für Ihren Nukleus definieren und assemblieren, indem Sie das Quellcode-Member NATPWSDF verwenden, bevor Sie die Standardeinstellungen mit dem Nukleus verlinken. Das Quellcode-Member NATPWSDF finden Sie in der Quellcode-Bibliothek (Source Library) von Natural.

Die Standardeinstellungen des Quellcode-Members NATPWSDF sind wie folgt:

NAMPWSPL NODE=148,
PROGRAM=,
CLASS=A,
HOLD=YES,
CNTL=A,
FORM=,
RMT=,
FORMDEF=,
PAGEDEF=

Die folgende Tabelle zeigt die veränderbaren Parameter des Quellcode-Members NATPWSDF und enthält die ausführliche Beschreibung dieser Parameter:

Parameter Beschreibung
Node Node NPR-Zielknoten.

Die Knotennummer kann aus bis zu 5 Ziffern bestehen.

Sie adressiert die gestartete Destination Task des Entire System Server und wohin die Ausgabe geschrieben wird.

Program JES Writer, das bis zu 8 Zeichen enthalten kann.

JES übergibt die Kontrolle an das Writer-Programm. Wenn JES es nicht findet, wird es ignoriert.

Möglicher Wert: *OUTPUT bedeutet, dass die Eingabe des Natural-Statement DEFINE PRINTER verwendet wird, um als JES Writer interpretiert zu werden.

Class SYSOUT-Klasse innerhalb von JES, in die die Ausgabe geschrieben werden soll. Sie kann nur ein Zeichen oder eine Ziffer enthalten.

Sie ist ein Deskriptor für weitere Software (z.B. Entire Output Management), um den Ausgabedatenstrom für die Verarbeitung zu erkennen.

Hold = yes/no Gibt an, ob der Ausgabedatenstrom in der JES-Spool gehalten werden soll, falls die zuvor vom Entire System Server gestartete Task abbricht.
CNTL

Stellt das Steuerzeichen für den SYSOUT-Dataset dar.

CNTL enthält ein Zeichen:

A ASA-Steuerzeichen
M Maschinensteuerzeichen
FormRMT Beschreibt den Formular-Steuerpuffer für JES. Dieser Wert wird an JES übergeben, das dann die Verarbeitung abwickelt.

RMT steht für die JES-Remote-User-ID, wenn SYSOUT an ein anderes JES-System weitergeleitet werden soll.

Sie finden den Namen des JES-Systems im Destination-Feld des DEFINE PRINTER-Statements (z.B. DEFINE PRINTER OUTPUT='DAEM').

Formdef
Pagedef

Kann bis zu 6 Zeichen enthalten.

Nachdem Sie das Quellcode-Member NATPWSDF mit dem Bedarf entsprechenden Werten angepasst haben, können Sie es assemblieren und verlinken. Wenn Sie die Standardeinstellungen verwenden möchten, können Sie diesen Schritt auslassen.

Wenn Sie das Write-to-Spool Feature mit statisch verlinkter Zugriffsmethode an Ihrem Standort verwenden möchten, müssen Sie das Natural-Modul folgendermaßen neu verlinken:

INCLUDE NATLIB(NATPWSPL)     The Write-to-Spool access method for Natural
INCLUDE NATLIB(NATPWSDF)     The Write-to-Spool defaults
                             (your adapted parameter module)

Wenn Sie dynamisches Laden verwenden wollen, können Sie entweder das ausgelieferte Modul NATPWSAM mit standardmäßig eingestellten Parametern oder Ihr an den Bedarf angepasstes Parametermodul verwenden:

INCLUDE NATLIB(NATPWSPL)
INCLUDE USRLIB(NATPWSPA)     Your adapted module
NAME NATWSPvr(R)             Your adapted Write-to-Spool module.
                             This name must be used in RCALIAS=(NATAM11,NATWSPvr).

Weitere Informationen finden Sie unter System-Spool-Zugang verwalten in der Operations-Dokumentation.

Entire System Server im Einzelbenutzermodus installieren

(Optionale Installation nur für den Batch-Modus oder TSO.)

In diesem Abschnitt werden die Vorteile von Entire System Server im Einzelbenutzermodus (Single-User Mode) und die für die Installation erforderlichen Schritte beschrieben.

Vorteile des Einzelbenutzermodus

Der Betrieb des Entire System Server im Einzelbenutzermodus ist beispielsweise in den folgenden Fällen vorteilhaft:

  • Ausführen lang laufender Batch-Jobs, die eine große Anzahl von Aufrufen des Entire System Server erfordern.

  • Durchführen von Testszenarien mit vielen Aufrufen an den Entire System Server in einer Natural-Sitzung unter TSO, ohne die Produktionsumgebung zu stören.

  • Erproben neuer Funktionen oder Versionen von Entire System Server.

Aus Sicht von Natural ist der Entire System Server zugänglich im Einzelbenutzermodus als Entire System Server-Knoten 148, unabhängig davon, ob ein solcher Knoten bereits auf Ihrem Rechner oder im Netzwerk vorhanden ist.

Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für ein Natural-Programm, das in einer Einzelbenutzerumgebung ausgeführt wird:

FIND ACTIVE-JOBS WITH NODE = 148 AND JOB-NAME = 'XCOM*'

Dieses Statement ruft einen Single-User Entire System Server auf, der im gleichen Adressraum läuft. Der Aufruf eines anderen Entire System Server-Knotens, der an einer anderen Stelle im Netzwerk läuft, ist durch die Verwendung einer anderen Knotennummer möglich, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird:

FIND ACTIVE-JOBS WITH NODE = 53 AND JOB-NAME = 'NUC*'

Dieses Statement ruft einen Multi-User Entire System Server mit der Knotennummer 53 aus demselben Natural-Programm auf, das die Single-User Entire System Server-Sitzung aufgerufen hat.

Installation für den Batch-Modus

  1. Erstellen Sie eine neue PDS-Ladebibliothek, die APF-autorisiert sein muss.

  2. Kopieren Sie alle Members der Entire System Server-Ladebibliothek in die neue Ladebibliothek.

  3. Verlinken Sie das Modul NATPSNGL, das Entire System Server Single-User Features handhabt, mit dem umgebungsabhängigen Nukleus für Batch Natural.

    Alternativ können Sie den Parameter RCA verwenden, um dieses Modul dynamisch zu laden, indem Sie RCA=NATPSNGL setzen.

    In beiden Fällen muss der umgebungsabhängige Nukleus durch den Parameter AC=1 autorisiert und in die neue Ladebibliothek gelinkt werden.

  4. Fügen Sie Ihrer JCL die obligatorischen Karten PARMS und SYSPRINT hinzu, um die für den Entire System Server relevanten Schritte abzuwickeln. Darüber hinaus können Sie die optionalen Karten ESYTRACE und CLOG hinzufügen.

    //ESYTRACE DD  SYSOUT=*             Internal trace
    //SYSPRINT DD  SYSOUT=*             Modules/Zap directory of Entire System Server
    //CLOG     DD  DISP=SHR,DSN=xxx     Command log data set
    //PARMS    DD  DISP=SHR,DSN=xxx     Entire System Server parameter
  5. Fügen Sie eine Adabas-Ladebibliothek zu Ihrer JCL hinzu, die ebenfalls APF-autorisiert sein muss.

  6. Editieren Sie Ihr Entire System Server-Parameter-Member. Hier wird der Parameter NODE ignoriert, da Natural alle Aufrufe an den Knoten 148 an den Single-User Entire System Server-Knoten weiterleitet.

Installation für TSO

  1. Fügen Sie den Namen des Knotens als AUTHPGM in das TSO-Definitions-Member mit dem Namen IKJTSO00 ein. Normalerweise befindet sich dieses Member im Dataset SYS1.PARMLIB.

  2. Gehen Sie analog zur oben beschriebenen Installation für den Batch-Modus vor.