Natural unter IMS TM - Komponenten

Dieses Kapitel beschreibt die Komponenten der Natural IMS TM-Schnittstelle.

Die folgenden Themen werden behandelt:


Frontend-Modul

Das Frontend-Modul wird vom IMS TM Program Controller DFSPPC20 gesteuert, außer in der Server-Umgebung, wo es über die Aufrufschnittstelle NIIBOOTS aufgerufen wird.

Das Front-End-Modul muss während des Installationsvorgangs der Natural IMS TM-Schnittstelle erstellt werden. Siehe Natural IMS TM-Schnittstelle auf z/OS installieren in der Installation für z/OS-Dokumentation.

Das Frontend-Modul besteht aus den folgenden Komponenten:

Umgebungsabhängige Schnittstellen (Treiber)

Die umgebungsabhängigen Schnittstellen werden in Form der folgenden Load-Module ausgeliefert:

Die Load-Module werden auf dem Installationsmedium mitgeliefert. Die umgebungsabhängigen Schnittstellen können Sie mit dem Makro NTIMSP des Natural-Parametermoduls konfigurieren. Siehe auch Natural unter IMS TM - Konfiguration.

Natural-Parametermodul

Das Natural-Parametermodul wird während der Installation erstellt. Siehe auch Generierung eines Natural-Parametermoduls in der Operations-Dokumentation.

Zusätzlich zu den Parametereinstellungen, die Sie für Ihre Natural-Umgebung anpassen müssen, müssen Sie mindestens ein NTIMSPT-Parametermakro für die Natural IMS TM-Schnittstelle angeben. Siehe auch Natural unter IMS TM - Konfiguration.

Die einzelnen Parameter und Makros, die mit dem Natural-Parametermodul angegeben werden können, sind in der Parameter-Referenz-Dokumentation beschrieben.

Zugriffsmethodenmodul NATWKFO für Natural-Arbeitsdateien und Druckdateien (AM=STD)

Das Modul NATWKFO wird als Teil des Natural-Basisprodukts ausgeliefert. Es dient zur Handhabung von Natural-Arbeitsdateien und Druckdateien, die mit Zugriffsmethode (Access Method) AM=STD definiert sind. Es ist anwendbar auf die BMP-Umgebung, die nachrichtenorientierte Umgebung und die Server-Umgebung. Es gilt nicht für die dialogorientierten Umgebungen.

Einige Natural-Produkte, z.B. Natural for Db2, erfordern, dass ihre Module mit dem Natural IMS TM-Frontend-Modul verlinkt sind. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der entsprechenden Produktdokumentation.

Natural IMS TM-Schnittstellenmodul NIIINTFM

Das Natural IMS TM-Schnittstellenmodul NIIINTFM muss während des Installationsvorgangs erstellt werden und ist für alle Umgebungen gleich.

Das Schnittstellenmodul besteht aus den folgenden Komponenten:

Das Schnittstellenmodul ist vollständig reentrant und kann oberhalb der 16-MB-Grenze ausgeführt werden. Es ist daher für die ECSA geeignet, damit nur eine Kopie des Schnittstellenmoduls für alle IMS TM-Umgebungen vorhanden ist.

Natural IMS TM-Nukleus NIINUC

Der Natural IMS TM-Nucleus NIINUC wird als Load-Modul ausgeliefert und enthält alle von der Natural IMS TM-Schnittstelle benötigten Laufzeitroutinen.

Nachrichtentextmodul NIIMSGT

Das Nachrichtentextmodul NIIMSGT ist Teil des Natural IMS TM Interface-Moduls und wird sowohl als Load- als auch als Source-Modul ausgeliefert. Er enthält zu jedem möglichen Natural IMS TM-Laufzeitfehler den entsprechenden Meldungstext. Jeder Eintrag wird durch das Makro NIMMSGT generiert.

Eine detaillierte Beschreibung des Makros NIMMSGT finden Sie unter NIMMSGT-Makroparameter.

Editierroutine für physische Eingaben (Physical Input Edit Routine)

Die Editierroutine für physische Eingaben wird nur in einer dialogorientierten, nicht-konversationellen Umgebung benötigt. Sie wird verwendet, um den Transaktionscode vor der an das Terminal gesendeten Nachricht einzufügen. Dies ist erforderlich, da Natural im MFS-Bypass-Modus läuft und die an das Terminal gesendete Nachricht keinen Transaktionscode enthält.

Die Editierroutine für die physische Eingabe wird mit Hilfe des Makros NIMPIXT generiert. Weitere Informationen über das Makro finden Sie unter NIMPIXT-Makro-Parameter.

Sobald die Editier-Routine für die physische Eingabe generiert ist, muss ihr Name im Makro TYPE oder LINEGRP Ihrer IMS TM-Systemdefinition angegeben werden. Für alle Terminals, auf denen die nicht-konversationelle Umgebung laufen soll, müssen Sie die physische Bearbeitung mit dem Parameter EDIT im Makro TERMINAL aktivieren.

Benutzernachrichtentabelle (User Message Table) DFSCMTU0

Die mitgelieferte User Benutzernachrichtentabelle DFSCMTU0 wird nur in einer dialogorientierten, nicht-konversationellen Umgebung benötigt. Sie enthält die Fehlermeldungen für Fehler, die von der Editierroutine für physische Eingaben erkannt werden.

Die Benutzernachrichtentabelle DFSCMTU0 muss in die bestehende User-Message-Tabelle Ihrer IMS TM-Installation integriert werden. Bei Konflikten mit bereits vorhandenen Benutzernachrichtennummern Ihrer IMS TM-Installation können Sie die Nachrichtennummern der ausgelieferten DFSCMTU0 ändern, indem Sie die EQUATES PIXTE und SIPSE modifizieren, um neue Nachrichtennummernkreise zu erzeugen. Der neue Startwert des Nachrichtennummernkreises muss im Makro NIMPIXT angegeben werden.

Roll File und Roll Server

Die Komponenten Roll File und Roll Server werden nur in dialogorientierten Umgebungen verwendet.

Natural-Sitzungsbezogene Informationen werden im Natural Thread abgelegt. Bei jeder Terminalausgabe wird der Inhalt des Natural Thread entweder in einem Roll File oder unter Verwendung des Roll Servers gespeichert. Das Medium wird durch den Schlüsselwort-Subparameter ROLLSRV im Makro NTIMSPE (Natural-Parametermodul) definiert. Siehe Natural-Parameter-Referenz-Dokumentation.

Verwendung von Roll Files

Um Roll Files verwenden zu können, muss der Schlüsselwort-Subparameter ROLLSRV auf OFF gesetzt werden.

Für jeden Natural-Benutzer wird bei der Initialisierung der Natural-Sitzung ein Roll Slot im Roll File reserviert. Die Kennung des Slots ist der IMS TM LTERM, an dem die Natural-Sitzung gestartet wird. Sie müssen daher sicherstellen, dass alle Terminals, die denselben Satz an Roll Files verwenden, unterschiedliche LTERM-Namen haben. Dies ist immer der Fall, wenn die Roll Files von einem einzigen IMS TM verwendet werden. Der Slot wird freigegeben, wenn die Natural-Sitzung normal beendet wird. Im Falle einer abnormalen Beendigung bleibt der Roll Slot zugeordnet, wird jedoch wieder verwendet, wenn derselbe Benutzer (identifiziert durch dessen LTERM) eine neue Natural-Sitzung startet.

Der Zugriff auf Roll Files erfolgt über die DD-Anweisungen ROLLF1 - ROLLF5. Die Anzahl der verwendeten Roll Files wird mit dem Schlüsselwort-Subparameter ROLLFN im Makro NTIMSPE festgelegt.

Wenn Ihr Natural-Transaktionscode in mehr als einer MPP-Region eingeplant ist oder wenn Sie zwischen Transaktionscodes wechseln, die in verschiedenen MPP-Regionen laufen, müssen Sie in allen MPP-Regionen die gleichen Roll Files verwenden.

Wenn Sie Roll Files neu formatieren, müssen Sie sicherstellen, dass keine Natural-Transaktionen aktiv sind. Wenn eine Transaktion nach der Neuinitialisierung des Roll File eingeplant wird, kann sie ihren Roll Slot im Roll File nicht finden und bricht vorzeitig ab. Um dieses Problem zu vermeiden, empfiehlt es sich, IMS TM nach der Neuformatierung des Roll File kalt zu starten.

Die von Natural unter IMS TM verwendeten Roll Files haben das gleiche Layout wie die vom Roll Server verwendeten Roll Files und werden mit dem gleichen Dienstprogramm (Utility) formatiert.

Anmerkung
Die von Natural unter IMS TM verwendeten Roll Files dürfen nicht gemeinsam mit dem Roll Server genutzt werden. Wenn Sie Roll Files für Natural unter IMS TM und den Roll Server gleichzeitig verwenden, müssen Sie dem Roll Server einen eigenen Satz von Roll Files zuweisen.

Verwendung des Roll Server

Um den Roll Server verwenden zu können, muss der Schlüsselwort-Subparameter ROLLSRV auf ON gesetzt werden.

Anstelle von Roll Files, die jeder MPP-Region zugeordnet werden müssen, können Sie den Natural Roll Server verwenden. Der Roll Server bietet die folgenden Vorteile:

  • Keine DD-Statements in jeder MPP-Region.

  • Für den Zugriff auf die Roll Files ist ein zentraler Adressraum zuständig.

  • Unterstützung von Hauptspeicherpuffern zur Verringerung der Festplatten-E/As auf die Roll Files.

Für jeden Natural-Benutzer wird bei der Initialisierung der Natural-Sitzung ein Slot im Roll Server reserviert. Die Kennung des Slots (Roll-Server-Benutzerkennung) ist das IMS TM LTERM, bei dem die Sitzung gestartet wird, verkettet mit der z/OS-Host-Kennung und der IMS TM-Subsystemkennung der IMS TM-abhängigen Region, in der die entsprechende Natural-Transaktion geplant ist. Der Slot wird freigegeben, wenn die Natural-Sitzung normal beendet wird. Im Falle einer abnormalen Beendigung bleibt der Slot zugeordnet, wird aber wieder verwendet, wenn derselbe Benutzer (identifiziert durch dessen LTERM) eine neue Natural-Sitzung startet.

In einer z/OS Parallel Sysplex-Umgebung müssen Sie den Roll Server verwenden.

Weitere Informationen zu Roll Files und zum Roll Server finden Sie unter Roll Server in der Natural-Operations-Dokumentation.

Authorized Services Manager

Der Natural Authorized Services Manager ist in den folgenden Fällen erforderlich:

In den ersten beiden Fällen muss die optionale SIP-Funktion während des Starts des Authorized Services Manager verfügbar gemacht werden.

In einer z/OS Parallel Sysplex-Umgebung muß sich der SIP in einer Coupling Facility befinden.

Gemeinsam genutzter Natural-Nukleus

In einer IMS TM-Umgebung ist der Natural-Nukleus stets von der umgebungsabhängigen Schnittstelle (Treiber) getrennt. Das bedeutet, dass Sie den gemeinsam genutzten Natural-Nukleus installieren müssen. Derselbe Natural-Nukleus kann von allen Natural IMS TM-Umgebungen gemeinsam genutzt werden.

Natural Buffer Pool

Da Natural unter IMS TM in mehr als einer MPP-Region ausgeführt werden kann, wird empfohlen, dass als Natural Buffer Pool ein globaler Buffer Pool verwendet wird.

Zwar können Sie einen lokalen Buffer Pool verwenden, dies wird aber in terminalgesteuerten Umgebungen aus Performance-Gründen nicht empfohlen.

Weitere Informationen siehe Natural Global Buffer Pool in der Natural-Operations-Dokumentation.

Adabas-Schnittstelle

Für den Zugriff auf die Natural-Systemdatei und die Adabas-Benutzerdateien wird die Adabas-Schnittstelle benötigt.

Standardmäßig wird die entsprechende Adabas-Schnittstelle zur Laufzeit dynamisch geladen.

  • In terminalgesteuerten, dialogorientierten Umgebungen wird das Adabas IMS TM Interface-Modul ADALNI verwendet.

  • In allen anderen Umgebungen wird das Adabas-Batch-Schnittstellenmodul ADALNK verwendet.

Sie können den Namen der zu verwendenden Adabas-Schnittstelle durch Angabe des Natural-Profilparameters ADANAME überschreiben.

Warnung:
Sie dürfen keines der beiden Schnittstellenmodule in der reentranten Version verwenden.

Preload-Liste

Die Verwendung einer Preload-Liste ist für die Natural IMS TM-Schnittstelle nicht mehr erforderlich. Aus Performance-Gründen empfiehlt es sich jedoch, die Namen der folgenden Module in die Preload-Liste für die Natural-Regionen aufzunehmen:

  • die Natural IMS TM Frontends,

  • das Natural IMS TM-Schnittstellen-Modul,

  • den gemeinsam genutzten Natural-Nukleus,

  • die Adabas-Schnittstelle.