Natural-Parameter-Hierarchie

Dieses Dokument beschreibt die hierarchische Struktur der verschiedenen Ebenen, auf denen Natural-Profilparameter gesetzt werden können. Zur Veranschaulichung des Szenarios werden verschiedene Beispiele angeführt.

Die folgenden Themen werden behandelt:

Ausführliche Informationen zu einzelnen Profilparametern finden Sie in der Parameter-Referenz-Dokumentation.


Übersicht über die Natural-Parameterhierarchie

Natural-Profilparameter beeinflussen das Erscheinungsbild und die Reaktion der Arbeitsumgebung eines Natural-Benutzers. Diese Parameter werden auf verschiedenen hierarchisch organisierten Ebenen eingestellt, wie in der folgenden Tabelle dargestellt (Priorität von hoch bis niedrig).

Ebene Kurzbeschreibung/Verweise auf detaillierte Beschreibungen
Während der Sitzung
Dynamisch beim Sitzungsstart
Statisch

Die hierarchisch organisierten Ebenen werden in den referenzierten Abschnitten behandelt, beginnend mit der niedrigsten und endend mit der höchsten Priorität.

Allgemeine Regeln für die Verwendung von Parametern

Es gelten die folgenden allgemeinen Regeln:

  • Ein Parameterwert, der auf einer höheren Ebene festgelegt wird, überschreibt den auf einer niedrigeren Ebene definierten Wert (Ausnahmen: PROFILE, SYS, DYNPARM und einige andere Parameter, die durch Hinzufügen von Werten funktionieren).

  • Dynamische Parameter beim Sitzungsstart haben Reihenfolgepriorität, d.h. sie werden von links nach rechts ausgewertet.

  • Beispiel:

    ESIZE=20,DATSIZE=60,ESIZE=100

    Der resultierende Wert ist ESIZE=100.

  • Nicht alle Parameter, die auf einer niedrigeren Ebene verfügbar sind, können auch auf einer höheren Ebene definiert werden.

Natural-Parametermodul

Ein Natural-Parametermodul enthält eine Reihe von Profilparametern, die für die Konfiguration Ihrer Natural-Umgebung erforderlich sind.

Ein Natural-Parametermodul wird aus dem NTPRM-Makro und zusätzlichen Makros während des Installationsvorgangs erstellt, wie in Generierung eines Natural-Parametermoduls beschrieben.

Je nach Ihren persönlichen Präferenzen können Sie mehr als ein Natural-Parametermodul verwenden, z. B. ein Modul für Natural-Batch- und eines für Natural-Online-Sitzungen.

Das Natural-Parametermodul bildet die unterste Ebene der Natural-Parameterhierarchie.

Neben dem Natural-Parametermodul benötigen Sie möglicherweise ein zusätzliches Parametermodul für ein Natural-Zusatzprodukt, das Sie in Ihrer Umgebung einsetzen, z. B. die Natural-CICS-Schnittstelle.

Alternatives Natural-Parametermodul

Zusätzlich zu einem Natural-Parametermodul, das statisch mit dem Nukleus verlinkt ist, können Sie alternative Natural-Parametermodule definieren, die in einer TP- oder Betriebssystem-Library gespeichert sind. Sie können sie dazu verwenden, die Parameterdefinitionen des statischen Natural-Parametermoduls für eine Natural-Sitzung zu überschreiben, indem Sie den Profilparameter PARM angeben, wie in der Parameter-Referenz-Dokumentation beschrieben. Ausnahme: CSTATIC-Parameterdefinitionen werden nicht überschrieben.

Wichtig
Der Profilparameter PARM sollte als erster Parameter in einem dynamischen Parameterstring erscheinen, da sonst das alternative Natural-Parametermodul alle zuvor im dynamischen Parameterstring eingetragenen Parametereinstellungen überschreibt.

Verwendungsbeschränkungen

Sie können die Verwendung eines alternativen Natural-Parametermoduls auf einen bestimmten Benutzer oder auf mehrere Benutzer beschränken, indem Sie das Makro NTUSER verwenden.

Definieren Sie in diesem Makro die Kennungen (IDs) der Benutzer, die berechtigt sind, dieses Parametermodul zu verwenden. Nur diese Benutzer dürfen dann den Namen des Parametermoduls mit dem Profilparameter PARM angeben.

Vordefinierte dynamische Parameter-Sets

Mit dem Assembler-Makro NTSYS können Parameter-Sets vordefiniert werden, die in einem Natural-Parametermodul benannt werden. Diese Sets können beim Aufruf von Natural unter ihrem Namen angesprochen werden, sofern das entsprechende Parametermodul aktiv ist.

Beim Aufruf reagieren die vordefinierten Parameter-Sets genauso wie dynamisch an dieser Stelle eingegebene Parameter.

Siehe auch Profilparameter SYS.

Vordefinierte Benutzer-Parameter-Profile

Mit dem Natural-Dienstprogramm SYSPARM können Sie individuelle Profile erstellen, die in einer Systemdatei gespeichert werden. Jedes Profil erhält einen eindeutigen Zeichennamen. In einem solchen Profil können Sie Werte für beliebige dynamische Natural-Parameter festlegen.

Die mit dem Dienstprogramm SYSPARM erstellten Profile werden beim Aufruf von Natural über den Parameter PROFILE aktiviert.

Mit dem Profilparameter USER können Sie die Verwendung eines Profils auf einen bestimmten Benutzer oder auf mehrere Benutzer einschränken.

Beim Aufrufen verhalten sich die vordefinierten Parameterprofile genauso wie dynamisch eingegebene Parameter an dieser Stelle.

Dynamische Parametereingabe

Fast alle Parameter können dynamisch überschrieben werden, wenn Natural gestartet wird. Dynamische Parameter werden strikt sequentiell ausgewertet.

Diese allgemeine Überschreibmöglichkeit kann jedoch durch den Profilparameter DYNPARM generell oder für bestimmte Parameter eingeschränkt werden (nur dynamisch, z.B. in einem Profil).

Mit dem Makro NTDYNP im Natural-Parametermodul können Sie analoge Einstellungen vornehmen. Dadurch wird jedoch die Verwendung des Profilparameters DYNPARM unterbunden.

Sie können das Dataset CMPRMIN verwenden, um dynamische Parameter im Batch-Modus unter z/OS oder in Batch-ähnlichen Systemen wie TSO oder BMP-Umgebungen unter IMS TM zu definieren.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass Sie nicht die JCL ändern müssen, wenn Sie Natural-Einstellungen ändern wollen. Außerdem wird die Längenbeschränkung der Parameter-Zeichenketten (z.B. 100 Zeichen unter z/OS) vermieden.

Natural-Security-Definitionen

Neben dem Schutz der Libraries, Dateien und Kommandos ermöglicht Natural Security auch die Einstellung bestimmter sitzungsrelevanter Profilparameter. Die Definitionen gelten für die aktuelle Library des Benutzers.

Die Benutzer können auch Einstellungen für ihre privaten oder Standard-Libraries festlegen.

Die aktuellen Security-Einstellungen (Session-Parameter) können mit dem Natural-Systemkommando PROFILE angezeigt werden.

Die Natural Security-Parameterdefinitionen werden nach den regulären Profilparametern ausgewertet, d. h. sie können diese überschreiben.

Profilparametereinstellungen während der Sitzung zeigen/ändern

Mit dem Natural-Systemkommando GLOBALS oder dem Natural-Statement SET GLOBALS können Sie innerhalb und für die Dauer einer Natural-Sitzung bestimmte sitzungsrelevante Profilparameter anzeigen und setzen (ändern).

Diese Definitionen gelten für den Kommandomodus und für alle Programme, die während der aktuellen Sitzung ausgeführt werden.

Siehe auch Session Parameter zur Zuweisung von Parameterwerten zur Laufzeit oder Statement SET GLOBALS.

Einstellungen auf Programm-/Statement-Ebene

Das Natural-Statement FORMAT kann in einem Programm verwendet werden, um Parameterwerte zu setzen, die für dieses Programm spezifisch gültig sind.

Darüber hinaus ist es möglich, bestimmte Parameter auf Statement-Ebene durch ein Terminalkommando zu setzen.

Einstellungen der Entwicklungsumgebung

Im Natural-Hauptmenü (Main Menu) können Sie über die Option Einstellungen der Entwicklungsumgebung (Development Environment Settings) ein Untermenü aufrufen, das die Auswahl der Werkzeuge ermöglicht, die zur Überwachung und Einrichtung der Natural-Entwicklungsumgebung zur Verfügung stehen.

Beispiele für die Parameterauswertung

Die nachfolgenden Beispiele basieren auf den folgenden Parametereinstellungen:

Parameter

Parametermodul

Alternatives
Parametermodul
ALTPARM

Benutzerprofil
MYPROF

DATSIZE 40 50 60
DSIZE 6 2 (Standardwert) Keine Angabe
ESIZE 28 (Standardwert)

NTSYS A: 40
NTSYS B: 50

NTSYS A: 60 80

Die folgenden Beispiele zeigen die Ergebnisse bei verschiedenen dynamischen Parameter-Zeichenketten.

Beispiel 1: Keine dynamischen Parameter

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 40 Parametermodul
DSIZE 6 Parametermodul
ESIZE 28 Parametermodul
Sonstige: Standardwert Parametermodul

Beispiel 2: PARM=ALTPARM

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 50 ALTPARM
Sonstige: Standardwert ALTPARM

Beispiel 3: SYS=A

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 40 Parametermodul
DSIZE 6 Parametermodul
ESIZE 40 NTSYS-Makro im Parametermodul

Beispiel 4: PARM=ALTPARM,SYS=A

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 50 ALTPARM
DSIZE 2 ALTPARM
ESIZE 60 NTSYS-Makro in ALTPARM

Beispiel 5: PARM=ALTPARM,SYS=B

Resultierende Werte Herkunft
Fehler ALTPARM enthält keine NTSYS B-Angabe

Beispiel 6: SYS=A,PROFILE=MYPROF

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 60 MYPROF
DSIZE 6 Parametermodul
ESIZE 80 MYPROF

Beispiel 7: SYS=A,PROFILE=MYPROF,ESIZE=100

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 60 MYPROF
DSIZE 6 Parametermodul
ESIZE 100 Dynamischer Parameter

Beispiel 8: PROFILE=MYPROF,SYS=A

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 60 MYPROF
DSIZE 6 Parametermodul
ESIZE 40 NTSYS-Makro im Parametermodul

Beispiel 9: DSIZE=8,SYS=A,PROFILE=MYPROF,PARM=ALTPARM

Resultierende Werte Herkunft
DATSIZE 50 ALTPARM
Sonstige: Standardwert ALTPARM