Die Funktion Service Directory Maintenance wird verwendet, um ein Dienstverzeichnis zu pflegen, um das aufrufende Programm des Clients mit einem Subprogramm auf einem Server zu verbinden.
Die Informationen des Dienstverzeichnisses werden im Subprogramm NATCLTGS in
der Library gespeichert, die mit dem
NTRPC/RPC-Schlüsselwort-Subparameter RPCSDIR
definiert ist (siehe Parameter-Referenz-Dokumentation). Wenn
RPCSDIR gesetzt ist, verweist die Service Directory
Maintenance-Funktion auf die mit RPCSDIR angegebene
Library. Wenn RPCSDIRRPCSDIR nicht gesetzt ist
(dies ist die Standardeinstellung), wird auf die Library verwiesen, in der Sie angemeldet
sind. Melden Sie sich in diesem Fall bei der Library (oder einer ihrer Steplibs) an, die vom
Client zur Laufzeit verwendet wird, bevor Sie die Funktion Service Directory
Maintenance ausführen.
Der Name der Library, auf die bei der Pflege des Dienstverzeichnisses verwiesen wird, wird
in der oberen rechten Ecke des Bildschirms Service Directory angezeigt
(siehe Service Directory Maintenance aufrufen). Wenn
RPCSDIR gesetzt ist, steht im Bildschirmtitel
Central, was darauf hinweist, dass die auf dem Bildschirm angezeigte
Library nicht die Library ist, in der Sie gerade angemeldet sind, sondern die mit
RPCSDIR angegebene zentrale Library.
- Achtung!
Wenn das Subprogramm
NATCLTGSin der Natural System Library SYSRPC gespeichert ist, empfehlen wir dringend,NATCLTGSin die vom Client verwendete Application Library (oder eine ihrer Steplibs) zu verschieben.Weitere Informationen zur Anwendung der Funktion Service Directory Maintenance siehe RPC-Server-Adressen festlegen im Kapitel Betrieb einer Natural RPC-Umgebung in der Natural RPC (Remote Procedure Call) -Dokumentation.
Dieses Kapitel behandelt die folgenden Themen:
Ein Service Directory hat eine hierarchische Struktur mit einer kaskadierenden Liste zur Zuordnung von untergeordneten zu übergeordneten Feldern. Die höchste hierarchische Ebene ist Knoten (Node), die niedrigste ist Programm. Sie können Knoten, Server, Library und Programm nicht in derselben Zeile eingeben. Wenn Sie dies tun, erscheint eine entsprechende Fehlermeldung. Sie müssen den Wert eines untergeordneten Feldes in den Zeilen unterhalb des übergeordneten Feldes eingeben. Sie können einem Knoten mehrere Server, einem Server mehrere Libraries und einer Library mehrere Programme zuordnen.
In Beispiel 1 - Service
Directory-Standardansicht sind zwei Server bei einem Knoten
definiert. Beide Server sind mit demselben Knoten verbunden: ETB045. Der
Remote-CALLNAT zum Subprogramm SUB1 wird auf Server
NRPC001 ausgeführt, während die Subprogramme SUB2 und
SUB3 auf Server NRPC002 ausgeführt werden.
Die hier angegebenen Servernamen müssen mit den Servernamen identisch sein, die für den
Server mit dem NTRPC/RPC-Schlüsselwort-Subparameter SRVNAME
angegeben wurden, der in der Parameter-Referenz-Dokumentation
beschrieben ist. Analog dazu muss der Knotenname im Service Directory mit dem
Knotennamen identisch sein, der für den Server mit dem
NTRPC/RPC-Schlüsselwort-Subparameter SRVNODE
angegeben wurde, der in der Parameter-Referenz-Dokumentation
beschrieben ist.
Vorsicht
Die Funktion Service Directory Maintenance ruft den Natural
Editor auf. Daher können Daten, die im Quellcode-Arbeitsbereich gespeichert sind, beim
Aufruf der Funktion Service Directory Maintenance verloren gehen.
Eine entsprechende Meldung warnt Sie davor, bestehende Einträge unbeabsichtigt zu löschen:
Drücken Sie PF12, um die Funktion abzubrechen oder drücken Sie
ENTER, um die Aktion zu bestätigen und den Quellcode-Arbeitsbereich zu
leeren.
Um die Funktion Service Directory Maintenance aufzurufen:
Geben Sie im Feld Code des Menüs Client Maintenance das folgende Kommando ein:
SM
Wenn das Serviceverzeichnis bereits Servicedefinitionen enthält, erscheint ein Fenster mit der Meldung, dass vorhandene Dienstdefinitionen gefunden wurden:
Existing service definitions found
Geben Sie im Fenster im Feld Code ein A
(Standardwert) ein, um alte Definitionen zu behalten und neue anzuhängen, und
drücken Sie ENTER.
Oder: Geben Sie im Fenster im Feld Code ein I
ein, um alle vorhandenen Definitionen zu ignorieren und aus dem Service
Directory zu löschen, und drücken Sie ENTER.
Die Service Directory-Standardansicht wird angezeigt (Beispiel):
15:00:11 ***** NATURAL SYSRPC UTILITY ***** 2016-07-18
- Service Directory - Library SAGTST
Node Tr. Server Logon Library Program
1 ETB045__________ B ________________ _ ________ ________
2 ________________ _ NRPC001_________ N ________ ________
3 ________________ _ ________________ _ SYSTEM__ ________
4 ________________ _ ________________ _ ________ SUB1____
5 ________________ _ NRPC002_________ Y ________ ________
6 ________________ _ ________________ _ SYSTEM__ ________
7 ________________ _ ________________ _ ________ SUB2____
8 ________________ _ ________________ _ ________ SUB3____
9 ________________ _ ________________ _ ________ ________
10 ________________ _ ________________ _ ________ ________
11 ________________ _ ________________ _ ________ ________
12 ________________ _ ________________ _ ________ ________
13 ________________ _ ________________ _ ________ ________
14 ________________ _ ________________ _ ________ ________
15 ________________ _ ________________ _ ________ ________
16 ________________ _ ________________ _ ________ ________
Command ===>
Enter-PF1---PF2---PF3---PF4---PF5---PF6---PF7---PF8---PF9---PF10--PF11--PF12---
Help Long Exit Find -H +H -P +P Top Bot > Canc |
Der Bildschirm Service Directory bietet maximal 500 Zeilen für die Eingabe.
Wenn Sie PF11 drücken oder das Kleiner-als-Zeichen (<) in die Kommandozeile eingeben, wird die erweiterte Knoten-/Serveransicht des Service Directory-Bildschirms ähnlich wie im folgenden Beispiel angezeigt:
15:09:01 ***** NATURAL SYSRPC UTILITY ***** 2016-07-18
- Service Directory - Library SAGTST
Node Tr. Server Logon
1 ETB045__________________________ B ________________________________ _
2 ________________________________ _ NRPC001_________________________ N
3 ________________________________ _ ________________________________ _
4 ________________________________ _ ________________________________ _
5 ________________________________ _ NRPC002_________________________ Y
6 ________________________________ _ ________________________________ _
7 ________________________________ _ ________________________________ _
8 ________________________________ _ ________________________________ _
9 ________________________________ _ ________________________________ _
10 ________________________________ _ ________________________________ _
11 ________________________________ _ ________________________________ _
12 ________________________________ _ ________________________________ _
13 ________________________________ _ ________________________________ _
14 ________________________________ _ ________________________________ _
15 ________________________________ _ ________________________________ _
16 ________________________________ _ ________________________________ _
Command ===>
Enter-PF1---PF2---PF3---PF4---PF5---PF6---PF7---PF8---PF9---PF10--PF11--PF12---
Help Long Exit Find -H +H -P +P Top Bot > Canc |
Wenn Sie PF11 drücken oder das Größer-als-Zeichen (>) in die Kommandozeile eingeben, wird die Standardansicht des Service Directory-Bildschirms angezeigt, wie in Beispiel 1 - Service Directory-Standardansicht dargestellt.
Der Service Directory-Bildschirm enthält die folgenden Eingabefelder (ein Eintrag pro Zeile):
| Feld | Beschreibung | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Node |
Der Name des Knotens, an den der Remote Natural RPC Terminology in der Natural RPC (Remote Procedure Call) -Dokumentation. Die maximale Länge der Eingabe ist wie folgt:
|
||||||||||
| Tr. | Das zu verwendende Transportprotokoll:
|
||||||||||
| Server | Der Name des Servers, an den der Remote CALLNAT gesendet wird.
Siehe auch Natural RPC Terminology in der
Natural RPC (Remote Procedure Call) -Dokumentation.
Die maximale Länge der Eingabe ist wie folgt:
|
||||||||||
| Logon |
|
||||||||||
| Library | Library SYSTEM oder der Name der Library, bei der Ihre Client-Anwendung
während der Ausführung des Remote CALLNAT angemeldet ist.
|
||||||||||
| Program |
|
||||||||||
Zur Natural-Laufzeit hängt die Auswahl eines Knotens und Servers vom Wert der Felder Program und Library ab. Halten Sie die folgenden Bedingungen ein:
CALLNATDas Feld Library muss den Namen der aktuellen Application Library oder SYSTEM enthalten.
Der Name des in der CALLNAT-Anweisung angegebenen Subprogramms muss im
Feld Program enthalten sein, das zum Feld
Library in Punkt (1) gehört.
CALLNATDas Feld Library muss den Namen der aktuellen Application Library oder SYSTEM enthalten.
Alle im Statement OPEN CONVERSATION angegebenen Subprogramme müssen in
einem Program-Feld enthalten sein, das zum Feld
Library unter Punkt (1) gehört.
Der für ein nicht-konversationelles oder konversationelles CALLNAT
verwendete Knoten und Server werden aus den übergeordneten Feldern
Node und Server des Feldes
Library in Punkt (1) übernommen.
Dieser Abschnitt enthält Informationen zu den Kommandos, die auf dem Bildschirm Service Directory zur Verfügung stehen.
Mit den Zeilenkommandos, die auf dem Bildschirm Service Directory zur Verfügung stehen, können Sie einzelne oder mehrere Zeilen, die Feldwerte enthalten, kopieren, verschieben oder löschen.
Geben Sie ein Zeilenkommando am Anfang einer Zeile ein, d.h. überschreiben Sie die fortlaufende Nummer und drücken Sie ENTER.
Siehe auch Um einen Zeilenblock
zu kopieren oder zu verschieben und das lokale Kommando
RESET.
| Zeilenkommando | Funktion |
|---|---|
A
|
Kopiert oder verschiebt den mit CC oder MM
markierten Zeilenblock unter der Zeile, in der das Kommando eingegeben
wurde.
|
CC
|
Markiert den zu kopierenden Zeilenblock. |
D
|
Löscht die markierte Zeile. |
DD
|
Markiert und löscht einen Zeilenblock.
Markieren Sie einen Zeilenblock, indem Sie dieses Kommando in der ersten und letzten Zeile des Blocks eingeben und ENTER drücken, um das Kommando auszuführen. |
I
|
Fügt fünf Leerzeilen unter der Zeile ein, in der das Kommando eingegeben
wurde.
Der Cursor wird in die erste neue Zeile unterhalb der Spalte Server oder Library gesetzt, je nachdem, welches Element (Knoten, Server, Library, Programm) in der Zeile enthalten ist, in der Sie das Kommando eingeben. Beispiele: Wenn die Zeile einen Knoten- oder Servernamen enthält, wird der Cursor unter die Spalte Server platziert. Enthält die Zeile den Namen einer Library oder eines Programms, wird der Cursor unter die Spalte Library gesetzt. |
MM
|
Markiert den zu verschiebenden Zeilenblock. |
P
|
Kopiert oder verschiebt den mit CC oder
MM markierten Zeilenblock oberhalb der Zeile, in
der der Befehl eingegeben wurde.
|
Um einen Zeilenblock zu kopieren oder zu
verschieben:
Überschreiben Sie am Anfang der Zeile, in der der Block beginnt, die laufende Nummer mit einem der folgenden Zeilenkommandos.
Um den Block zu kopieren:
CC
Um den Block zu verschieben:
MM
Überschreiben Sie am Anfang der Zeile, in der der Block endet, die laufende Nummer mit einem der folgenden Zeilenkommandos.
Um den Block zu kopieren:
CC
Um den Block zu verschieben:
MM
Drücken Sie ENTER.
Die Zeilenkommandos verschwinden, die laufenden Nummern werden wieder angezeigt und der Zeilenblock ist markiert.
Geben Sie am Anfang der Zeile, unter oder über der Sie den markierten Zeilenblock platzieren wollen, eines der folgenden Zeilenkommandos ein, um den Block zu kopieren oder zu verschieben.
Um den Block unter die angegebene Zeile zu kopieren oder zu verschieben:
A
Um den Block über die angegebene Zeile zu kopieren oder zu verschieben:
P
Anmerkung
Die Zeilenkommandos A oder
P sind nur in Zeilen ausführbar, in denen mindestens
ein Feld gefüllt ist.
Drücken Sie ENTER.
Der Zeilenblock wird unter oder über die angegebene Zeile kopiert bzw. verschoben.
Im Bildschirm Service Directory können Sie die folgenden lokalen Kommandos in die Kommandozeile eingeben bzw. durch Drücken der entsprechend belegten PF-Tasten absetzen.
| Lokales Kommando | PF-Taste | Funktion | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
EXPIRATION
|
Die Daten des Remote Directory werden zur Laufzeit geladen. Die
Verfallszeit in Sekunden bestimmt die Gültigkeitsdauer dieser Daten. Wenn
Directory-Daten nach der eingestellten Ablaufzeit angefordert werden, werden sie
automatisch neu geladen. Wird die Verfallszeit auf 0 gesetzt,
werden die Remote Directory-Daten nicht neu geladen.
Mit dem lokalen Kommando
Wenn Sie mit dem Kommando keinen Parameter angeben, erscheint das Fenster Expiration Time, in dem Sie die aktuelle Verfallszeit anzeigen oder ändern können. |
|||||||||||||||||||
RESET
|
Entfernt die mit einem Zeilenkommando gesetzten Zeilenmarkierungen, siehe
Zeilenkommandos.
Beachten Sie, dass, wenn
Zeilen falsch markiert wurden, eine entsprechende Meldung erscheint und Sie
den fehlerhaften Zeilenbefehl entfernen müssen, bevor Sie
|
|||||||||||||||||||
| PF1 | Ruft die Online-Hilfe des Editors auf. | |||||||||||||||||||
| PF2 | Öffnet das Fenster Long Name, in dem Sie einen Knotennamen mit bis zu 192 Zeichen eingeben können. | |||||||||||||||||||
| PF3 | Exit (Beenden): Fordert Sie auf, die Änderungen zu speichern und den Bildschirm Service Directory zu verlassen. | |||||||||||||||||||
FIND |
PF4 |
|
||||||||||||||||||
REPLACE |
PF16 | |||||||||||||||||||
REPLACE
replace-clause
|
Führt die im Fenster Replace Item
angebotenen Ersetzungsfunktionen aus. Entspricht der replace-clause-Klausel des SYSRPC SM
REPLACE-Kommandos.
|
|||||||||||||||||||
-H
|
PF5 | Blättert eine halbe Seite vor/zurück. | ||||||||||||||||||
+H
|
PF6 | |||||||||||||||||||
-P
|
PF7 | Blättert eine Seite rückwärts/vorwärts. | ||||||||||||||||||
+P
|
PF8 | |||||||||||||||||||
TOP
|
PF9 | Blättert an den Anfang der Liste. | ||||||||||||||||||
BOT
|
PF10 | Blättert an das Ende der Liste. | ||||||||||||||||||
| PF11 | Schaltet zwischen der Standardansicht des Service Directory-Bildschirms (siehe Beispiel 1 - Service Directory-Standardansicht) und der erweiterten Ansicht der Felder Knoten und Server um (siehe Beispiel 2 - Erweiterte Service Directory-Ansicht). | |||||||||||||||||||
>
|
PF11 | Zeigt die erweiterte Ansicht der Felder Node und Server an. In der erweiterten Knoten-/Serveransicht werden die Felder Library und Program nicht angezeigt, wie in Beispiel 2 - Erweiterte Service Directory-Ansicht dargestellt. Zeigt die Standardansicht des Bildschirms Dienstverzeichnis an, wie in Beispiel 1 - Standardansicht des Dienstverzeichnisses dargestellt. | ||||||||||||||||||
<
|
PF11 | Zeigt die Standardansicht des Bildschirms Service Directory an, wie in Beispiel 1 - Service Directory-Standardansicht dargestellt. | ||||||||||||||||||
CANCEL
|
PF12 | Beendet den Bildschirm Service Directory, ohne Änderungen zu speichern. | ||||||||||||||||||
Sie können die Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) USR8216N verwenden,
um Service Directory Maintenance-Funktionen auszuführen.
USR8216N ruft ein vorhandenes Service Directory ab und fügt Einträge im
Dienstverzeichnis hinzu, ändert oder löscht sie.
USR8216N wird in der Natural SYSEXT System Library ausgeliefert. Anleitung
zur Handhabung siehe Eine Natural API
verwenden in SYSEXT Utility-Beschreibung.